Die berühmtesten Techno-Tracks aller Zeiten
Techno funktioniert eigentlich nicht über „Songs“: Er lebt in langen Sets, in denen ein Track in den nächsten übergeht. Trotzdem gibt es Stücke, die jede:r nach den ersten Takten erkennt und die Jahrzehnte später noch Tanzflächen füllen. Hier eine Auswahl der berühmtesten Techno-Tracks und warum sie Geschichte geschrieben haben.
Die Pioniere aus Detroit
Cybotron – Clear (1983)
Bevor Techno einen Namen hatte, bauten Juan Atkins und Rick Davis schon seine DNA. Clear mischt Electro, Funk und die Kühle von Kraftwerk. Der Ausgangspunkt für alles, was danach kam.
Model 500 – No UFO’s (1985)
Das Soloprojekt von Juan Atkins. Minimalistischer, futuristischer und mit einem Bass, der von einem anderen Planeten zu kommen scheint. Für viele der erste Techno-Track im engeren Sinn.
Rhythim Is Rhythim – Strings of Life (1987)
Der Track von Derrick May ist vielleicht der berühmteste der Techno-Geschichte. Wilde Pianos und Streicher wie ein durchgedrehtes Orchester über einem Maschinenrhythmus. Bis heute explodiert die Fläche, wenn er läuft.
Die Explosion der Neunziger
Joey Beltram – Energy Flash (1990)
Aus New York kam eine der Hymnen der Rave-Kultur: dunkel, hypnotisch und mit einem unvergesslichen Bass. Entscheidend dafür, dass Techno Europa eroberte.
Plastikman – Spastik (1993)
Richie Hawtin reduzierte Techno aufs Skelett: nur Percussion, ein Drumcomputer und eine Spannung, die sich nie auflöst. Eine Lektion in Minimalismus, die immer noch modern klingt.
Slam – Positive Education (1993)
Die Schotten Stuart McMillan und Orde Meikle schufen einen Track, der minutenlang wächst und wächst. Ein Klassiker britischer Raves.
Green Velvet – Flash (1995)
Mit seiner Stimme, die wie eine Predigt über die Gefahren des Feierns klingt, schuf Curtis Jones einen ironischen, dunklen und extrem tanzbaren Track.
Jeff Mills – The Bells (1997)
Wahrscheinlich der wiedererkennbarste Techno-Track überhaupt. Ein Muster aus metallischen Glocken, das sich über einem unerbittlichen Beat wiederholt und windet. Jeff Mills, einer der wichtigsten Namen aus Detroit, machte ihn zur universellen Hymne.
Laurent Garnier – Crispy Bacon (1997)
Der einflussreichste Franzose der Szene lieferte einen energiegeladenen, fast punkigen Track, der zeigt, dass europäischer Techno eine eigene Stimme hatte.
DJ Rolando – Knights of the Jaguar (1998)
Erschienen bei Underground Resistance, dem kämpferischsten Kollektiv Detroits. Eines der emotionalsten Stücke des Genres: epische Melodie über unerbittlichem Rhythmus.
Aus Berlin in die Welt
Paul Kalkbrenner – Sky and Sand (2009)
Aus dem Soundtrack zu Berlin Calling wurde ein Hit, der weit über die Clubs hinaus lief. Er hat vielen den Berliner Sound zum ersten Mal nahegebracht.
Das 21. Jahrhundert
Adam Beyer und Bart Skils – Your Mind (2016)
Ein Beispiel, wie moderner Techno Festivals füllte, ohne sein Wesen zu verlieren: eine Stimme, eine Kick und viel Spannung. Einer der meistgespielten Tracks seiner Zeit.
Was sie gemeinsam haben
- Wenig oder kein Gesang, und wenn, dann fast wie ein Instrument.
- Wiederholung: ein Motiv, das sich bis zur Hypnose wiederholt.
- Ein Sound, den man ab der ersten Sekunde erkennt: Glocken, ein Piano, ein Bass.
Wer hinter den Tracks steckt, liest du in Belleville Three. Wie sie im Club laufen, erklärt Peak Time Techno.
Häufige Fragen
Was ist der berühmteste Techno-Track?
Strings of Life von Derrick May (als Rhythim Is Rhythim) und The Bells von Jeff Mills werden am häufigsten genannt.
Was war der erste Techno-Track?
Meist wird No UFO’s von Model 500 (Juan Atkins) von 1985 genannt, wobei Clear von Cybotron (1983) schon viele Elemente enthielt.
Warum hat Techno kaum Text?
Weil er für die Tanzfläche gemacht ist: Wiederholung und Sound zählen mehr als eine Botschaft, Stimmen werden wie ein Instrument eingesetzt.