Techno mixen lernen: die wichtigsten Techniken für den Anfang
Techno zu mixen hat etwas Hypnotisches: Zwei Tracks laufen eine oder zwei Minuten gleichzeitig, bis niemand auf der Tanzfläche mehr sagen kann, wo der eine aufhört und der andere anfängt. Gut gemacht wirkt das leicht. Dahinter stecken ein paar Techniken, die jeder DJ mit Übung lernen kann. Hier die wichtigsten.
1. Gleiche das Tempo an
Damit zwei Tracks zusammen gut klingen, müssen sie gleich schnell laufen. Das nennt sich Beatmatching:
- Schau dir die BPM beider Tracks an.
- Stell den Pitch des neuen Tracks so ein, dass sie gleich sind.
- Hör im Kopfhörer, ob die Bassdrums übereinander liegen oder auseinanderlaufen, und korrigiere mit kleinen Stößen.
Auch wenn dein Setup einen Sync-Knopf hat: Lern es nach Gehör. Das gibt dir Kontrolle, wenn mal etwas schiefgeht. Warum das Tempo so viel ausmacht, steht in Wie viel BPM hat Techno?
2. Zähl die Phrasen
Fast jeder Techno-Track ist in Blöcken von 16 oder 32 Takten gebaut. Die wichtigen Wechsel, etwa ein neues Element oder die zurückkehrende Kick, kommen meist am Anfang eines solchen Blocks.
Die Grundregel: Starte den Mix am Anfang einer Phrase des laufenden Tracks und lass ihn mit dem Anfang einer Phrase des neuen Tracks zusammenfallen. So landen die Wechsel beider Tracks an derselben Stelle, und der Übergang klingt natürlich.
3. Pass auf die Bässe auf
Der typische Anfängerfehler: zwei Kicks und zwei Basslines gleichzeitig. Das klingt matschig und verwirrt die Tanzfläche. Die Lösung liegt im EQ:
- Bring den neuen Track ohne Bässe rein.
- Wenn du so weit bist, tausch die Bässe: Runter beim alten Track, hoch beim neuen, in einer Bewegung.
- Danach nimmst du den alten Track Stück für Stück raus.
4. Mach lange Übergänge
Anders als viele Genres verträgt Techno Übergänge von einer, zwei oder noch mehr Minuten. Nutz das: Ein langer Mix erzeugt einen dritten Track aus beiden, und genau da entwickeln gute DJs ihren Stil.
5. Filter in Maßen
Filter und Effekte helfen, Spannung aufzubauen oder einen Übergang weicher zu machen. Zu viel davon ermüdet aber. Sieh sie als Gewürz, nicht als Hauptgericht.
6. Denk an das Set, nicht nur an den Mix
Ein perfekter Übergang zwischen zwei Tracks, die nichts miteinander zu tun haben, funktioniert nicht. Frag dich vor jedem Mix, ob der neue Track das Set dahin bringt, wo du hinwillst. Ein Techno-Set ist eine Energiekurve, jeder Mix ein Schritt darauf.
Typische Fehler
- Galoppierende Kicks: Das Tempo ist nicht sauber angeglichen.
- Doppelte Bässe: zwei Kicks gleichzeitig auf voller Lautstärke.
- Mix gegen die Phrase: mitten in einer Phrase angefangen.
- Eile: einen Track abwürgen, bevor er zu Ende erzählt hat.
Übe mit Plan
Nimm deine Sets auf und hör sie dir am nächsten Tag an. Du hörst Dinge, die dir beim Auflegen nicht auffallen. Und hör DJs, die du magst, gezielt auf ihre Übergänge: wann der neue Track reinkommt, wie lange der Mix dauert, wie sie mit den Bässen umgehen. Am besten live: Termine findest du in der Techno-Agenda für Deutschland.
Häufige Fragen
Wie mixt man Techno?
Indem man das Tempo beider Tracks angleicht, den Mix am Anfang einer Phrase startet und mit dem EQ verhindert, dass zwei Kicks und zwei Bässe gleichzeitig laufen.
Wie lange dauert ein Techno-Übergang?
Von ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten. Im Techno sind lange Übergänge von ein bis zwei Minuten üblich.
Muss man ohne Sync mixen können?
Pflicht ist es nicht, aber Beatmatching nach Gehör gibt dir Kontrolle und hilft, wenn etwas schiefläuft.